Bernhard Trenkle

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
2027 hatten wir zwei Konferenzen ins Auge gefasst: „Reden reicht nicht!?“ Nr. 6 sowie „Mentales Stärken“ Nr. 7. Vom Kalender und unseren Kapazitäten her ging aber nur eine Konferenz. Daraus entstand die Idee: Warum nicht die beiden Tagungen kombinieren und etwas Besonderes daraus machen?
2007 fand die Tagung „Mentales Stärken“ erstmalig statt. Die Idee war, Coaches, Berater und Mentaltrainer aus den Bereichen Sport, Business, Performing Arts bis hin zu Kollegen, die mit Schülern und Studenten oder mit Politikern arbeiten, auf einer Konferenz zusammenzubringen. Der Sportcoach lernt von der Kollegin, die mit Kindern und Jugendlichen mit Schulproblemen arbeitet, der Auftrittscoach wird inspiriert von Experten aus dem Business-Coaching. Das hat immer sehr gut funktioniert.
Auf mehreren Tagungen hatten wir schon René Schmid, einen ehemaligen sehr guten Boxer. Er macht Business-Coaching im Boxring, den er jeweils im Workshop-Raum aufgebaut hat. Eine von René Schmid in einem Business-Coaching eingeführte Technik benutzen ich und andere inzwischen regelmäßig bei der Behandlung von chronischen Schmerzen oder Tinnitus. Diese Technik hat mir selbst auch verständlich gemacht, warum ich eine schmerzhafte Blasen-OP ohne Vollnarkose mit Selbsthypnose bewältigen konnte. Das ist für mich eines der Beispiele dafür, wie die ursprüngliche Idee der Tagung wirklich real Wirkung entfaltete.
Wenn das schon innerhalb einer Tagung gelingt – warum dann nicht zwei Tagungen kombinieren und sich überraschen lassen, welche kreativen Impulse und Inspirationen dabei entstehen?
„Reden reicht nicht?!“ hat ja bisher schon enorm vielfältige Facetten im Programm: von EMDR, EMI, Brainspotting etc. – also mehreren Varianten, bei denen Augenbewegungen oder bifokal-multisensorische Techniken eine Rolle spielen – bis hin zu Yoga oder Feldenkrais-Fortentwicklungen als Elemente der Traumatherapie. Klopfen und PEP, die Technik der chinesischen Truhe, Tanztherapie, Problemlösegymnastik, Impro-Theater, Impact-Techniken, therapeutisches Zaubern etc.
Für diese besondere Doppelkonferenz haben wir den Schwerpunkt Sucht & Erfüllung gewählt. Auch im Sport, im Gesang, im Theater und Kino, in der Schule – man sucht Erfolg. Erfolg kann zur Sucht werden. Die Erfolgssuche geht zum Teil mit Doping und verschiedenen Suchtproblemen einher.
Aus so einem besonderen Tagungsmotto entstehen oft überraschende Workshop-Einreichungen. Kolleginnen und Kollegen haben Ideen, wie sie ihr Know-how auf dieses Tagungsthema beziehen und aufbereiten könnten.
Normalerweise nennen wir in diesen Vorabankündigungen für unsere Stammkundinnen und Stammkunden noch keine Referentennamen. Aber gerade habe ich mit Igor Ardoris aus Schweden telefoniert. Er lag als unbekannter Mentaltrainer aus Schweden schon zweimal auf unseren Tagungen auf Platz 1 im Feedback für die Workshops.
In Schweden machte das Fernsehen ein hochinteressantes Experiment. Man analysierte die jährlichen Schultests in Schweden und bestimmte den jeweils besten Lehrer in Mathe, Englisch, Schwedisch, Geschichte, Sport etc. Diese Lehrer schickte man in eine der schlechtesten Klassen Schwedens und dokumentierte den Unterricht mit mehreren Kamerateams. Erstaunlich: Nach sechs Monaten war diese Klasse eine der drei besten Klassen Schwedens. Das lief als 12-teilige Doku-Soap im Fernsehen.
Einer der beiden „Stars“ unter diesen Top-Lehrerinnen und -Lehrern war der Sportlehrer Igor Ardoris. Er selbst ist Schüler der Mentaltrainerlegende Lars-Eric Uneståhl. Ardoris war seit der zweiten Tagung „Mentales Stärken“ immer dabei und ist natürlich auch für 2027 eingeladen. Seine Ansätze passen perfekt zu unseren Tagungen.
Diese 12-teilige Doku war übrigens in der Süddeutschen Zeitung vor ca. 20 Jahren für das deutsche Fernsehen in einem großen Artikel angekündigt und dann doch nicht gesendet worden. Angeblich, weil man das durch die Anwesenheit eines Fernsehteams nicht als seriöses wissenschaftliches Experiment sehen kann. Irgendwie interessant, dass man nicht neugierig genug war, das zu zeigen – vielleicht hatte man Angst vor berechtigten Fragen zur Pädagogik an unseren Schulen.
Als ich Igor das Konzept von „Reden reicht nicht!?“ erklärte, war er total begeistert. Er berichtete, dass er gerade eine Spezialeinheit der schwedischen Armee hinsichtlich mentaler Stärke in Kriseneinsätzen trainiert. Dazu habe er einiges an Übungen entwickelt, die perfekt zu unserer Tagungsidee passen.
Wir sind schon sehr gespannt, wie sich diese Doppeltagung entwickeln wird.
Nicht nur in der Ostsee haben wir in den letzten Tagen gesehen: Wer den Wal hat, hat die Qual. Wir werden sicher wieder lange Zoom-Konferenzen vor uns haben, um zu entscheiden, was letztlich ins Programm kommt. Es gab schon zwei sehr kreative Zoom-Meetings mit Michael Bohne, Gunther Schmidt, Matthias Ohler, dem Tagungsteam und mir – schon jetzt mehr Ideen als Kapazitäten und Räume im Tagungszentrum.
Es wird wohl ein „Best of …“ von beiden Konferenzen, mit dem Schwerpunkt Sucht und Erfüllung, Überraschendem und Neuem aus „hinter unserem Horizont, da geht es weiter“.
Mit den besten Grüßen aus dem Schwarzwald
Bernhard Trenkle