Ankündigung
Die Tagung „Reden reicht nicht!?“ wurde 2014 von Michael Bohne, Matthias Ohler, Gunther Schmidt und Bernhard Trenkle ins Leben gerufen und findet 2027 bereits zum sechsten Mal statt.
Inhaltlich wird der Kongress von den vier Initiatoren gemeinsam gestaltet. Daher finden Sie hier vier persönliche Briefe aus dem Programmteam – jeder mit seinem eigenen Blick auf die Tagung.
Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Lesen!
Dr. Michael Bohne, Fortbildungsinstitut für PEP

Die 6. Tagung „Reden reicht nicht!?“ diesmal in Kombi mit „Mentale(s) Stärken“ im Doppelpack
Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Interessierte an psychotherapeutischen und Coching Innovationen,
Reden Reicht Nicht!? - nun die sechste, krass!
Sucht & Erfüllung
Konsum, Sucht und Diversität als radikale Formen der Selbstgestaltung?
Die tragische Paradoxie von Konsum als Lösungsversuch
…und es geht weiter.
…und es geht weiter. Unsere Tagung „Reden reicht nicht!?“ hat sich mittlerweile zu einer festen Institution entwickelt. Ich freue mich total, dass die initiale Idee aus dem Jahre 2012, einen Kongress zu den Grenzen des Redens und zu den Potenzialen der „Bottom-up-Ansätze“ zu veranstalten, nun in die sechste Runde geht.
Alle bisherigen Tagungen waren große Erfolge, und mein Eindruck war erneut, dass die letzte Tagung, nun von 2025, vielleicht sogar die bislang beste war. Es ist nicht selbstverständlich, dass eine Tagungsreihe nicht in Routine versinkt, sondern immer wieder neu begeistert.
PEP spielt auf der Tagung ja eine zentrale Rolle, sie ist jedoch keine ausschließliche PEP-Tagung. Dennoch waren bei den bisherigen Tagungen viele PEPolog:innen anwesend, sowohl als Teilnehmer:innen als auch als Referent:innen in Workshops oder als Hauptvortragende.
Die vor der letzten Tagung angekündigte Multi-Center-Studie in naturalistischem Design mit PEP bei mittelgradigen Depressionen (n = 52; 12 Sitzungen) wurde nun durchgeführt und mit beeindruckenden Ergebnissen abgeschlossen. In der vergangenen Woche wurde der Artikel in einem internationalen Journal eingereicht: Ich werde berichten.
Nach den von uns hier an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) durchgeführten, weltweit ersten fMRT-Wirksamkeitsstudien zum Klopfen und zu PEP folgt nun eine sehr aufregende fMRT-Studie zum Thema Bewusstsein, Identität und tiefe Kernüberzeugungen. An der Uni Köln im Bereich der translationalen Schmerzforschung ist eine Studie zu PEP bei chronischen Schmerzen geplant. Ferner gibt es noch eine PEP Studie zu Prüfungsängsten von Medizinstudierenden.
Unser diesjähriges Thema „Sucht & Erfüllung. Konsum, Sucht und Diversität als radikale Formen der Selbstgestaltung? Die tragische Paradoxie von Konsum als Lösungsversuch“ liegt mir besonders am Herzen, da die Versorgung im Kontext „Suchtmedizin“ und bei riskanten „Konsumthemen“ alles andere als zufriedenstellend ist.
Deshalb freue ich mich sehr, einige der wichtigsten Protagonisten einer modernen, menschlichen, wertschätzenden und undogmatischen Suchtmedizin an Bord zu haben. Gunther Schmidt ist ja auch Mitveranstalter der Tagung und er ist mit seiner offenen und wertschätzenden hypnosystemischen Haltung und seinen innovativen Gedanken und Strategien gerade auch bei dem Thema „Sucht“ einer der Hauptakteure und wichtigstgen Wegbereiter für dieses Feld und insofern von unermesslicher Bedeutung.
Prof. Dr. Joachim Körkel, der die zieloffene Suchtarbeit (ZOS) implementiert hat, einer der Vertreter der ersten Stunde für eine neue Suchtmedizin jenseits des Abstinenzdogmas, wird einer der Hauptreferenten sein.
Auch die anderen Hauptreferent:innen haben es in sich. Hier seien einige aufgeführt:
Prof. Dr. Thomas Voit von der Universität Nürnberg ist Experte für Gamifizierungsforschung, in der analysiert wird, wie motivationsförderliche Spielelemente in spielferne Bereiche implementiert werden können. Das Thema Sucht hat viel mit Dopamin zu tun, daher ist es naheliegend, sich auch von dieser Seite mit dem Thema zu beschäftigen.
Ein weiterer sehr beeindruckender und inspirierender Gast ist Prof. Dr. André Frank Zimpel, der eine Professur für Neurodiversitätsforschung an der Universität Hamburg hat. Er ist gerade mit seinem Buch Wahnsinnig intelligent: Die verborgenen Potenziale neurodivergenter Menschen aufgefallen. Er ist einer der führenden Experten für Neurodivergenz und KI. Vielen ist nicht bewusst, wie groß die Korrelation bzw. Komorbidität zwischen Sucht und Neurodiversität ist.
Der Toxikologe Dr. Fabian Steinmetz wird einiges Erhellendes zum Thema Drogen und Drogenpolitik sowie auch ganz Konkretes zur Toxizität der einzelnen Substanzen beitragen.
Dies sind nur einige der Hauptreferenten. Weitere spannende werden sicherlich von den anderen Mitveranstaltern aufgeführt.
Ich freue mich sehr auf die sechste „Reden-reicht-nicht!?“-Tagung. Wir hoffen wieder auf ein Gesamtkunstwerk, zu dem wir Euch/Sie jedoch unbedingt brauchen. Ohne Euch/Sie ist alles nichts!
Euer/Ihr
Michael Bohne
Matthias Ohler, Carl-Auer Verlag

„Zeige mir, wie du suchst, und ich sage dir, was du suchst.“ (Otty Baume, auch Franz von Assisi zugeschrieben (antizipatorisches Plagiat?))
Reden reicht nicht!? 6. Akt und Mentales Stärken
28. - 31. Oktober 2027, Würzburg; Vorkongresse: 27. Oktober 2027
Sucht & Erfüllung
Konsum, Sucht und Diversität als radikale Formen der Selbstgestaltung?
Die tragische Paradoxie von Konsum als Lösungsversuch.
Vom Beginn an – mit der Ausschreibung 2012 für den 1. Kongress 2014 in Heidelberg – war und ist der Kongress Reden reicht nicht!? gedacht als Forum für Professionelle aus Therapie, Beratung, Supervision und Coaching, die
- immer neue Herausforderungen an ihre Klient:innen, sich selbst und unsere Gesellschaft ernstnehmen und annehmen,
- der Mut zum Neuen und Ungewohnten eint,
- bereit sind, gegenseitige Beobachtung, wissenschaftliche Beforschung und kooperative Kritik zuzulassen, zu entfalten und als höchst wertvoll erfahrbar zu machen.
Der 6. Kongress „Reden reicht nicht!?“ 2027 widmet sich enorm wichtigen Themen unserer Zeit, die uns je persönlich genauso wie gesellschaftlich sehr angehen und umtreiben, und er trägt in seiner spezifischen Form dabei auch dem Motto der Carl-Auer Akademie Rechnung: Unwahrscheinliche Kommunikation wahrscheinlicher machen und bislang vielleicht eher vermiedene Begegnungen möglich und fruchtbar werden lassen!
Ich möchte hier noch an etwas anderes erinnern: Im Dezember 2027 wäre Niklas Luhmann 100 Jahre alt geworden. – Wer?
Dieser eigentliche Beginn dieses Einladungsbriefes zum 6. Kongress „Reden reicht nicht!?“ mag überraschen. Ein Grund dafür ist, dass Niklas Luhmann (1927 - 1998) nicht nur einer der bedeutendsten Soziologen und Gesellschaftsanalysten des 20. Jahrhunderts gewesen ist, sondern auch maßgeblichen Einfluss (nicht persönlich, aber konzeptionell) hatte auf Konzepte und Methoden in Therapie, Beratung und Coaching, die sich an systemtheoretischen Modellen orientieren (und nicht nur diesen ...) und die philosophischen, neurowissenschaftlichen, erkenntnistheoretischen und verwandten Fragen ebenso große Aufmerksamkeit widmeten wie der täglichen Praxis und deren Bezüge untereinander. Sie haben immer weitere Verbreitung und schließlich auch gesundheitspolitische Anerkennung erfahren. Und sie prägen von Anfang an die Kongresse „Reden reicht nicht!?“ mit. – Ein zweiter Grund: Niklas Luhman war in den 1980er und -90er Jahren Gast und Vortragender bei den großen systemischen Kongressen in Heidelberg, die von Helm Stierlin und der „Heidelberger Gruppe“ und anderen organisiert wurden und in deren Tradition die Kongresse „Reden reicht nicht!?“ durchaus (auch) stehen. Eine der Heidelberger Tagungen lud dezidiert nicht in therapeutischer oder beraterischer Praxis Tätige (wie Heinz von Foerster, Francisco Varela und eben Niklas Luhmann) ein, um systemische Therapie in der Praxis aus deren jeweiliger Perspektive zu beobachten mit der Frage: „Was machen wir hier eigentlich, aus eurer Sicht?“ Das war nicht nur neu und mutig, sondern konsequent, kreativ und – gerade im Interesse von Klient:innen – sehr förderlich. Dies zeigt eine inspirierende Form, die auch „Reden reicht nicht!?“ eröffnet.
Der systemische Ansatz entwickelte sich dann in Anwendungsbereiche wie Organisationsberatung, Teamentwicklung, Coaching, Soziale Arbeit, Pädagogik u. v. a. m. hinein. Und auch diese Entwicklung schlug sich in hervorragenden Beiträgen der Kongresse „Reden reicht nicht!?“ nieder.
Bernhard Trenkles legendäre Kongressreihen, Gunther Schmidts hypnosystemischer Ansatz und die von ihm organisierten Tagungen sowie die sysTelios-Klinik und Michael Bohnes Prozess- und Embodimentfokussierte Psychologie (PEP) bereicherten das Spektrum in kaum zu überschätzender Weise. Eine schöne Konsequenz: Gemeinsam begannen wir mit „Reden reicht nicht!?“. Der Kongress „MentaleStärken“, wie zuvor schon einmal die „Kindertagung“, darf erfreulicherweise in „Reden reicht nicht!?“ VI integriert sein.
Was schon in der Einladung für den Kongress 2025 geschrieben wurde, gilt auch heute: Die Carl-Auer Akademie freut sich, dass Michael Bohne, Gunther Schmidt, Bernhard Trenkle und die Trenkle Organisation bereit und motiviert sind, die Dramaturgie von Reden reicht nicht!? gemeinsam mit uns erneut fortzuschreiben und über unsere Netzwerke wieder unterschiedlichste und hoch innovative Beiträge zueinanderzubringen.
Das hat sich mehr als bewährt. Machen wir weiter!
In großer Vorfreude auf Reden reicht nicht!? 2027 und auf alle, die als Referierende und Teilnehmende dabei sein werden und ihre Künste und Beobachtungen einander zur Verfügung stellen, grüßt ganz herzlich
Matthias Ohler (Leitung Carl-Auer Akademie)
Dr. Gunther Schmidt, Milton-Erickson-Institut Heidelberg

Liebe Kolleginnen und Kollegen und weiteren Interessierten,
vom 28. - 31. Oktober 2027 gestalten wir wieder in Würzburg (mit einem Vorkongresse am 27. Oktober 2027), dieses Mal als Doppel-Kongress zum nun 6. Mal den Kongress Reden reicht nicht!? 6. Akt und Mentales Stärken.
Die bisherigen 5 Kongresse waren derart erfolgreich und die Feedbacks der TeilnehmerInnen dazu so zufrieden, ja sehr oft begeistert, dass wir uns mit Freude entschlossen haben, ihn 2027 gleich wieder zu veranstalten.
Als wir 2012 zum ersten Mal dieses Kongress-Format angeboten haben, stand es hauptsächlich unter dem Motto „bifokal-multisensorische Techniken“. Inzwischen hat sich die Fülle des Programms aber weit darüber hinaus entwickelt – wenn schon, müssten wir das eher als „polyfokal-multisensorisch“ beschreiben. Das aus meiner Sicht besonders Wertvolle daran war und ist, dass wir damit immer wieder ein Forum schaffen wollen für die wunderbar vielfältige (also auch hier sehr diverse) Landschaft der Psychotherapie, Beratung, Pädagogik, Team- und Organisationsentwicklung, Supervision und auch in der Gesellschaft.
Und – was kein Wunder ist in unserer „Beschleunigungsgesellschaft“ – es haben sich auch in den letzten Jahren wieder weitere wichtige Themen- und Aufgabenbereiche entwickelt, die wir für aktuell sehr bedeutsam halten und deren Herausforderungen, Fragen und Aufgaben wir uns mit und bei diesem Kongress wieder stellen wollen.
Durch die beeindruckenden Ergebnisse der modernen Hirnforschung und mit ihr verwandter Bereiche dürfte inzwischen ja wissenschaftlich eindeutig klar sein, dass niemand die objektive Wahrheit erkennen kann, wir uns also immer alle nur mit Entwürfen, Hypothesen bildenden Konzepten und Wirklichkeits-Konstruktionen beschäftigen können. „Richtig“ heißt für mich deshalb nie „wahr“, sondern nur „eine Richtung wählend“. Die hat natürlich Wirkung, kann also nur eine „wirksame Wirklichkeits-Konstruktion“ sein. Konzepte wie „normal“ oder „pathologisch“ können dann selbstverständlich auch nur von bestimmten Menschen(-Gruppen) gebildete fiktive Maßstäbe sein.
Leider werden sie aber in unserer Gesellschaft sogar zunehmend mehr genutzt als normative Macht-Strategien, um eigene gewählte Konstruktionen durchzusetzen, wofür allerdings alle, die diesen Vorgaben nicht entsprechen, der Gefahr der Ausgrenzung, Abwertung und Benachteiligung, oft sogar der Unterdrückung ausgesetzt sind. Dies zeigt sich auch in den (mir viel Sorge bereitenden) Entwicklung im politischen Raum, in dem mit Feindbildern, Angstmacherei und massiver Diffamierung viele Prozesse verstärkt genutzt werden, die unsere so wertvolle Demokratie sehr bedrohen.
Da sind wir alle aufgerufen und gefordert, Stellung zu beziehen und uns engagiert einzusetzen für eine pluralistische Gesellschaft mit wechselseitiger Achtung bei bleibender Unterschiedlichkeit und wertschätzender Neugier auf die unterschiedlichen Wirklichkeitskonstruktionen, um bereichernd voneinander lernen zu können.
Genau dafür auch wollen wir den Kongress „Reden reicht nicht und Mentale(s) Stärken“ wieder mit Euch zusammen machen. Dem soll auch das bewusst von uns so gewählte zusätzliche Motto dienen: „Sucht & Erfüllung – Konsum, Sucht und Diversität als radikale Formen der Selbstgestaltung? Die tragische Paradoxie von Konsum als Lösungsversuch“.
Seit vielen Jahren beschäftige ich mich z.B. auch mit dem Bereich der Sucht-Therapie und der gesamten kontextuellen Dynamik (bis zu gesellschaftlichen Phänomenen) darum herum. So hatte ich auch die Gelegenheit, über mehr als 15 Jahre in spezifisch dafür von mir entwickelten hypnosystemischen Curricula hunderte von Sucht-TherapeutInnen und BeraterInnen im Auftrag der großen deutschen Verbände für „Suchtkranken-Hilfe“ usw. auszubilden.
Noch immer wird im Mainstream dieser Arbeit dort Sucht immer als „Krankheit“ definiert, meist auch mit dem Gebot völliger Abstinenz vom jeweiligen Suchtmittel, auch wenn es sehr zahlreiche Belege dafür gibt, dass auch in Maßen sehr konstruktiv gelebter Genuss der „Suchtmittel“ durchaus sehr gute Ergebnisse zeitigen kann. Und selbst intensiver Konsum von was auch immer wird nicht selten schnell als „krank“, „gestört“ usw. abgewertet und pathologisiert, und Lebensformen, die nicht der Mehrheit entsprechen, werden entsprechend pathologisiert.
Genau solche Beobachtungen haben uns dazu gebracht, dass wir ein umfassendes Forum mit dem Kongress schaffen, in dem wir mit allen Sinnen (also polyfokal-multisensorisch) dafür werben wollen, die jeweils einzigartigen Lebensentwürfe von einzigartigen Menschen mit einzigartigen Biographien und einzigartigen Kontextbedingungen achtungsvoll und auch wissenschaftlich und praktisch neugierig in ihrem relevanten (von den Menschen selbst so erlebten) Sinnzusammenhang (Kontext) zu betrachten. Denn damit wird meist sehr schnell deutlich, dass alle diese Entwürfe verstehbar und auch nutzbar werden als Lösungsversuche, die aus der Weltsicht der Beteiligten als sinnhaft verstanden und genutzt werden können, wenn sie auch manchmal mit einem mehr oder weniger hohen Preis einhergehen.
Wertet man sie ab, pathologisiert man sie, kann nicht mehr verstanden werden, für welche wertvollen menschlichen Bedürfnisse sie bisher eingesetzt wurden, selbst wenn sie dabei „entgleist“ sein sollten. Dann aber kann tragischerweise nicht mehr oder nur sehr unzulänglich für deren gesunde Erfüllung gesorgt werden. Nicht umsonst wird oft darauf hingewiesen „hinter jeder Sucht steht eine Sehnsucht“, die erfüllt werden will. Und genau das gilt auch für Menschen, die in Konsum von was auch immer „flüchten“ und besonders auch für Menschen, die als Minderheit in unserer Gesellschaft leben oder so definiert und behandelt werden. Wir wollen unsere engagierten Beiträge dafür leisten, dass auch bei ihnen die vielfältigen Kompetenzen, wertvollen Ressourcen von uns und auch von ihnen selbst gesehen und so geachtet werden, dass wir miteinander in bereichernde wechselseitige Lern-Begegnungen kommen können und dies nutzen können, bis hin zur Stärkung unseres demokratischen Zusammenlebens.
Dies wollen wir auch unterstützen dadurch, dass wir wieder viele, auch sehr unterschiedliche Konzepte von Körpertherapie, Embodiment, systemischen und hypnosystemischen, hypnotherapeutischen, PEP und vielen weiteren Konzepten bis zu Musik- und Tanz-orientierten Konzepten zusammenbringen und Euch die Gelegenheiten bieten wollen, davon zu profitieren, zusätzlich auch von entsprechenden Angeboten im Vorkongress. Wir würden uns sehr freuen, wenn wir Euch dabei begrüßen und mit Euch in Würzburg in einen intensiven Austausch kommen könnten.
Herzliche Grüße Gunther Schmidt, Milton-Erickson-Institut Heidelberg

Bernhard Trenkle, Milton-Erickson-Institut Rottweil
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
2027 hatten wir zwei Konferenzen ins Auge gefasst: „Reden reicht nicht!?“ Nr. 6 sowie „Mentales Stärken“ Nr. 7. Vom Kalender und unseren Kapazitäten her ging aber nur eine Konferenz. Daraus entstand die Idee: Warum nicht die beiden Tagungen kombinieren und etwas Besonderes daraus machen?
2007 fand die Tagung „Mentales Stärken“ erstmalig statt. Die Idee war, Coaches, Berater und Mentaltrainer aus den Bereichen Sport, Business, Performing Arts bis hin zu Kollegen, die mit Schülern und Studenten oder mit Politikern arbeiten, auf einer Konferenz zusammenzubringen. Der Sportcoach lernt von der Kollegin, die mit Kindern und Jugendlichen mit Schulproblemen arbeitet, der Auftrittscoach wird inspiriert von Experten aus dem Business-Coaching. Das hat immer sehr gut funktioniert.
Auf mehreren Tagungen hatten wir schon René Schmid, einen ehemaligen sehr guten Boxer. Er macht Business-Coaching im Boxring, den er jeweils im Workshop-Raum aufgebaut hat. Eine von René Schmid in einem Business-Coaching eingeführte Technik benutzen ich und andere inzwischen regelmäßig bei der Behandlung von chronischen Schmerzen oder Tinnitus. Diese Technik hat mir selbst auch verständlich gemacht, warum ich eine schmerzhafte Blasen-OP ohne Vollnarkose mit Selbsthypnose bewältigen konnte. Das ist für mich eines der Beispiele dafür, wie die ursprüngliche Idee der Tagung wirklich real Wirkung entfaltete.
Wenn das schon innerhalb einer Tagung gelingt – warum dann nicht zwei Tagungen kombinieren und sich überraschen lassen, welche kreativen Impulse und Inspirationen dabei entstehen?
„Reden reicht nicht?!“ hat ja bisher schon enorm vielfältige Facetten im Programm: von EMDR, EMI, Brainspotting etc. – also mehreren Varianten, bei denen Augenbewegungen oder bifokal-multisensorische Techniken eine Rolle spielen – bis hin zu Yoga oder Feldenkrais-Fortentwicklungen als Elemente der Traumatherapie. Klopfen und PEP, die Technik der chinesischen Truhe, Tanztherapie, Problemlösegymnastik, Impro-Theater, Impact-Techniken, therapeutisches Zaubern etc.
Für diese besondere Doppelkonferenz haben wir den Schwerpunkt Sucht & Erfüllung gewählt. Auch im Sport, im Gesang, im Theater und Kino, in der Schule – man sucht Erfolg. Erfolg kann zur Sucht werden. Die Erfolgssuche geht zum Teil mit Doping und verschiedenen Suchtproblemen einher.
Aus so einem besonderen Tagungsmotto entstehen oft überraschende Workshop-Einreichungen. Kolleginnen und Kollegen haben Ideen, wie sie ihr Know-how auf dieses Tagungsthema beziehen und aufbereiten könnten.
Normalerweise nennen wir in diesen Vorabankündigungen für unsere Stammkundinnen und Stammkunden noch keine Referentennamen. Aber gerade habe ich mit Igor Ardoris aus Schweden telefoniert. Er lag als unbekannter Mentaltrainer aus Schweden schon zweimal auf unseren Tagungen auf Platz 1 im Feedback für die Workshops.
In Schweden machte das Fernsehen ein hochinteressantes Experiment. Man analysierte die jährlichen Schultests in Schweden und bestimmte den jeweils besten Lehrer in Mathe, Englisch, Schwedisch, Geschichte, Sport etc. Diese Lehrer schickte man in eine der schlechtesten Klassen Schwedens und dokumentierte den Unterricht mit mehreren Kamerateams. Erstaunlich: Nach sechs Monaten war diese Klasse eine der drei besten Klassen Schwedens. Das lief als 12-teilige Doku-Soap im Fernsehen.
Einer der beiden „Stars“ unter diesen Top-Lehrerinnen und -Lehrern war der Sportlehrer Igor Ardoris. Er selbst ist Schüler der Mentaltrainerlegende Lars-Eric Uneståhl. Ardoris war seit der zweiten Tagung „Mentales Stärken“ immer dabei und ist natürlich auch für 2027 eingeladen. Seine Ansätze passen perfekt zu unseren Tagungen.
Diese 12-teilige Doku war übrigens in der Süddeutschen Zeitung vor ca. 20 Jahren für das deutsche Fernsehen in einem großen Artikel angekündigt und dann doch nicht gesendet worden. Angeblich, weil man das durch die Anwesenheit eines Fernsehteams nicht als seriöses wissenschaftliches Experiment sehen kann. Irgendwie interessant, dass man nicht neugierig genug war, das zu zeigen – vielleicht hatte man Angst vor berechtigten Fragen zur Pädagogik an unseren Schulen.
Als ich Igor das Konzept von „Reden reicht nicht!?“ erklärte, war er total begeistert. Er berichtete, dass er gerade eine Spezialeinheit der schwedischen Armee hinsichtlich mentaler Stärke in Kriseneinsätzen trainiert. Dazu habe er einiges an Übungen entwickelt, die perfekt zu unserer Tagungsidee passen.
Wir sind schon sehr gespannt, wie sich diese Doppeltagung entwickeln wird.
Nicht nur in der Ostsee haben wir in den letzten Tagen gesehen: Wer den Wal hat, hat die Qual. Wir werden sicher wieder lange Zoom-Konferenzen vor uns haben, um zu entscheiden, was letztlich ins Programm kommt. Es gab schon zwei sehr kreative Zoom-Meetings mit Michael Bohne, Gunther Schmidt, Matthias Ohler, dem Tagungsteam und mir – schon jetzt mehr Ideen als Kapazitäten und Räume im Tagungszentrum.
Es wird wohl ein „Best of …“ von beiden Konferenzen, mit dem Schwerpunkt Sucht und Erfüllung, Überraschendem und Neuem aus „hinter unserem Horizont, da geht es weiter“.
Mit den besten Grüßen aus dem Schwarzwald
Bernhard Trenkle