Matthias Ohler

„Zeige mir, wie du suchst, und ich sage dir, was du suchst.“ (Otty Baume, auch Franz von Assisi zugeschrieben (antizipatorisches Plagiat?))
Reden reicht nicht!? 6. Akt und Mentales Stärken
28. - 31. Oktober 2027, Würzburg; Vorkongresse: 27. Oktober 2027
Sucht & Erfüllung
Konsum, Sucht und Diversität als radikale Formen der Selbstgestaltung?
Die tragische Paradoxie von Konsum als Lösungsversuch.
Vom Beginn an – mit der Ausschreibung 2012 für den 1. Kongress 2014 in Heidelberg – war und ist der Kongress Reden reicht nicht!? gedacht als Forum für Professionelle aus Therapie, Beratung, Supervision und Coaching, die
- immer neue Herausforderungen an ihre Klient:innen, sich selbst und unsere Gesellschaft ernstnehmen und annehmen,
- der Mut zum Neuen und Ungewohnten eint,
- bereit sind, gegenseitige Beobachtung, wissenschaftliche Beforschung und kooperative Kritik zuzulassen, zu entfalten und als höchst wertvoll erfahrbar zu machen.
Der 6. Kongress „Reden reicht nicht!?“ 2027 widmet sich enorm wichtigen Themen unserer Zeit, die uns je persönlich genauso wie gesellschaftlich sehr angehen und umtreiben, und er trägt in seiner spezifischen Form dabei auch dem Motto der Carl-Auer Akademie Rechnung: Unwahrscheinliche Kommunikation wahrscheinlicher machen und bislang vielleicht eher vermiedene Begegnungen möglich und fruchtbar werden lassen!
Ich möchte hier noch an etwas anderes erinnern: Im Dezember 2027 wäre Niklas Luhmann 100 Jahre alt geworden. – Wer?
Dieser eigentliche Beginn dieses Einladungsbriefes zum 6. Kongress „Reden reicht nicht!?“ mag überraschen. Ein Grund dafür ist, dass Niklas Luhmann (1927 - 1998) nicht nur einer der bedeutendsten Soziologen und Gesellschaftsanalysten des 20. Jahrhunderts gewesen ist, sondern auch maßgeblichen Einfluss (nicht persönlich, aber konzeptionell) hatte auf Konzepte und Methoden in Therapie, Beratung und Coaching, die sich an systemtheoretischen Modellen orientieren (und nicht nur diesen ...) und die philosophischen, neurowissenschaftlichen, erkenntnistheoretischen und verwandten Fragen ebenso große Aufmerksamkeit widmeten wie der täglichen Praxis und deren Bezüge untereinander. Sie haben immer weitere Verbreitung und schließlich auch gesundheitspolitische Anerkennung erfahren. Und sie prägen von Anfang an die Kongresse „Reden reicht nicht!?“ mit. – Ein zweiter Grund: Niklas Luhman war in den 1980er und -90er Jahren Gast und Vortragender bei den großen systemischen Kongressen in Heidelberg, die von Helm Stierlin und der „Heidelberger Gruppe“ und anderen organisiert wurden und in deren Tradition die Kongresse „Reden reicht nicht!?“ durchaus (auch) stehen. Eine der Heidelberger Tagungen lud dezidiert nicht in therapeutischer oder beraterischer Praxis Tätige (wie Heinz von Foerster, Francisco Varela und eben Niklas Luhmann) ein, um systemische Therapie in der Praxis aus deren jeweiliger Perspektive zu beobachten mit der Frage: „Was machen wir hier eigentlich, aus eurer Sicht?“ Das war nicht nur neu und mutig, sondern konsequent, kreativ und – gerade im Interesse von Klient:innen – sehr förderlich. Dies zeigt eine inspirierende Form, die auch „Reden reicht nicht!?“ eröffnet.
Der systemische Ansatz entwickelte sich dann in Anwendungsbereiche wie Organisationsberatung, Teamentwicklung, Coaching, Soziale Arbeit, Pädagogik u. v. a. m. hinein. Und auch diese Entwicklung schlug sich in hervorragenden Beiträgen der Kongresse „Reden reicht nicht!?“ nieder.
Bernhard Trenkles legendäre Kongressreihen, Gunther Schmidts hypnosystemischer Ansatz und die von ihm organisierten Tagungen sowie die sysTelios-Klinik und Michael Bohnes Prozess- und Embodimentfokussierte Psychologie (PEP) bereicherten das Spektrum in kaum zu überschätzender Weise. Eine schöne Konsequenz: Gemeinsam begannen wir mit „Reden reicht nicht!?“. Der Kongress „MentaleStärken“, wie zuvor schon einmal die „Kindertagung“, darf erfreulicherweise in „Reden reicht nicht!?“ VI integriert sein.
Was schon in der Einladung für den Kongress 2025 geschrieben wurde, gilt auch heute: Die Carl-Auer Akademie freut sich, dass Michael Bohne, Gunther Schmidt, Bernhard Trenkle und die Trenkle Organisation bereit und motiviert sind, die Dramaturgie von Reden reicht nicht!? gemeinsam mit uns erneut fortzuschreiben und über unsere Netzwerke wieder unterschiedlichste und hoch innovative Beiträge zueinanderzubringen.
Das hat sich mehr als bewährt. Machen wir weiter!
In großer Vorfreude auf Reden reicht nicht!? 2027 und auf alle, die als Referierende und Teilnehmende dabei sein werden und ihre Künste und Beobachtungen einander zur Verfügung stellen, grüßt ganz herzlich
Matthias Ohler (Leitung Carl-Auer Akademie)