Sucht als Such-Kompetenz- Hypnosystemische, Kompetenz fokussierende Suchttherapie/Beratung bei Suchtproblemen in diversen Kontexten - Vom Such(t)-Prozess zum Finde-Prozess
Mittwoch, 27.10.2027: 11.00–18.00 Uhr
Prozesse, die als „Sucht“/ „Sucht-Problem“ beschrieben werden, werden z.B. in ICD 10/ ICD 11 und auch in anderen Pathologie-orientierten Konzepten als Ausdruck von Krankheit, „Abhängigkeitserkrankung“, in jedem Fall als Defizit, Inkompetenz usw. beschrieben. Dies hat sowohl für das Selbstbild von Betroffenen, in allen ihren relevanten Beziehungen und auch für die Vorgehensweisen im „HelferInnen-System“ massive Auswirkungen, mit denen wieder Wirklichkeiten geschaffen werden, die diese Defizit-Bilder meist noch verstärken.
Mit hypnosystemischen Konzepten lässt sich sehr schnell systematisch für alle Beteiligten verstehbar und nutzbar machen, dass diese Prozesse auch ganz anders gesehen werden können, nämlich als kompetente Lösungsversuche für wichtige Bedürfnisse und Sehnsüchte, die aber unbewusst so eingeschätzt werden, dass man diese Bedürfnisse nicht aus sich selbst und aus den eigenen Beziehungen heraus erfüllbar machen kann, sondern dafür die jeweiligen Sucht-Mittel braucht.
Mit gezielten Fokussierungs- und sonstigen hypnosystemischen Interventionsstrategien kann man aber gezielt herausarbeiten, dass es in den Betroffenen und ihren Beziehungssystemen sehr viele sehr wertvolle und für Bedürfniserfüllung wirksame Kompetenzen gibt, die nur noch nicht bewusst wurden und nun gezielt und wirksam reaktiviert werden können.
Im Seminar wird vermittelt, wie entsprechendes ressourcenorientiertes hypnosystemisches Arbeiten ambulant und/oder stationär und in betrieblichen Kontexten aussehen kann. Das Suchtverhalten wird dabei als Ausdruck beziehungsgestaltender Fähigkeit in seinem Kontext behandelt, ebenso sog. "Rückfälle", die dann zu nutzbaren „Ehrenrunden“ werden.
Die Seminarinhalte richten sich auch nachdem, was in der Gruppe an Bedarf besteht. Bspw:
- Suchtstabilisierende Glaubenssysteme und Interaktionsabläufe in Beziehungssystemen und isomorphe Muster in den Behandlungsinstutionen. Probleme und Chancen dieser Strukturen; hypnotischen Muster in diesen Beziehungssystemen.
- zirkuläre Interviewstrategien in der Arbeit mit Suchtsystemen
- Lösungsorientierte hypnosystemische Strategien für die Kurztherapie von Suchtverhalten
- Therapeutische Nutzung von "Rückfällen" als Kooperationsschritte; Rückfälle als wichtige Entwicklungsschritte und Informationsgeber über dissoziierte Bedürfnisse im System
- Ressourcenorientierte Maßnahmen für das Wohlbefinden der SuchtbehandlerInnen
- sog. "Kontrollverlust" behandelt als Ergebnis unbewusster Problem-Selbsthypnose zur Erfüllung von Wünschen; seine Nutzung für die therapeutische Entwicklung gesünderer Alternativen
- Konstruktiver Umgang mit "Therapie statt (als?) Strafe“ und anderen schwierigen Überweisungskontexten; Nutzung der Dilemmata der Therapeuten und der Doppelkontexte Therapie/soziale Kontrolle
- Sucht als Ausdruck von Kompetenz beim Erfassen von Sinnleere, Loyalitätsdilemmata und bei Sinnsuche
- Sucht als hypnotische beziehungsgestaltende Intervention mit "sowohl- als-auch"-Logik
- Der Rausch als Informationsbörse über existentiell wesentliche Erlebnisressourcen- die "
- Sucht" als Wegweiser für den Findeprozess der relevanten Lösungsressourcen
- Suchtverhalten als selbstinduzierte und systemisch induzierte dissoziative Trance
- Tranceexduktionen (aus der Sucht-Problemtrance) und Tranceinduktionen (in die "flow"-
- Lösungstrance") in der gleichrangigen Kooperation mit Suchtklienten
- Lösungsorientierte Interventionen, bei denen die Suchtverhaltensweisen als beziehungsstiftende Rituale utilisiert werden
- Erfolgreiche Strategien für stationäre Suchttherapie, inkl. Umgestaltung von Klinikorganisation ( SysTelios-Modell)
etc.