Ankündigung

Inhaltlich arbeiten an dieser Tagung Michael Bohne, Matthias Ohler, Gunther Schmidt und Bernhard Trenkle zusammen. Aus diesem Grund sind hier vier Briefe. Jeder aus dem Programmteam beleuchtet den Kongress aus seinem ganz persönlichen Blickwinkel.

Sie dürfen gespannt sein. Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen!

Brief von Dr. Michael Bohne, PEP-Institut


Reden reicht nicht!? Die Vierte!

Unsere Tagung „Reden reicht nicht“ hat sich von einem Bestseller nun auch zu einem Longseller entwickelt. Ich freue mich sehr, dass die initiale Idee aus dem Jahre 2012, einen Kongress zu den Grenzen des Redens und zu den Potenzialen der „bifokal-multisensorischen Interventionstechniken (BMSI)“ zu machen, nun in die vierte Runde geht. Die ersten drei Tagungen waren ja wirklich große Erfolge, und wir haben viele Wünsche und Anregungen aus dem Feld der Psychotherapie, der Traumatherapie und dem Coaching bekommen, dass es weiter gehen soll.

Mit dem Begriff BMSI sind alle jene Techniken und Methoden gemeint, die wie PEP und das Klopfen während einer Reizexposition eine geteilte Aufmerksamkeit herstellen und dabei gleichzeitig (multi)sensorische Stimulationen durchführen. Diese Interventionsstrategien beeinflussen das Gehirn über den Körper kommend, also bottom-up. Es gibt übrigens in der geburtshilflichen Forschung die Beobachtung, dass sich Föten ab ca. der 15. Schwangerschaftswoche im Gesicht und am Kopf selbst berühren. Früher dachte man, dies geschehe zufällig aufgrund der Lage des Fötus im Uterus. Neuere Forschungen, die von dem Haptikforscher Martin Grunwald in seinem Buch „Homo hapticus“ aufgeführt werden, besagen jedoch, dass der Fötus sich umso häufiger selbst berührt, je mehr Stress die Mutter hat. Wir „klopfen“ also schon im Mutterleib gegen Stress.

Ein wesentlicher Aspekt, der mir persönlich am Herzen lag, war neben der Entmystifizierung der Klopftechniken die Kombination von psychodynamischem, hypnotherapeutischem und systemischem Wissen mit den bifokal-multisensorischen Aspekten der Klopftechniken. Mittlerweile würde ich lieber von trifokal-multisensorischen Interventionstechniken sprechen, weil ein dritter Bereich einen wesentlichen Wirkfaktor darstellt: die Beziehung, Begegnung und das Bonding zwischen KlientIn und TherapeutIn/Coach. Über die BehandlerInnen erfolgt eine Aktivierung der positiven Heilungserwartung auf Seiten der KlientInnen und aktiviert somit den Sanabo-Effekt. Das war uns schon lange klar, wurde jedoch u. a. auch durch die wesentlichen Untersuchungen und Anregungen von Stephen Porges zum Social Engagement System nochmal dezidiert systematisiert und beschreibbar gemacht.

Auch hat sich die Forschungslandschaft zu den seriösen Klopftechniken sehr spannend entwickelt. Es gibt mittlerweile eine Menge überzeugender Studien in Peer Reviewed Journals, die zeigen, dass die Klopftechniken bei der Behandlung von Ängsten und PTSD beeindruckende Effektstärken aufweisen, und dies bei zugleich kurzen Behandlungszeiten. An der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) haben wir die drei weltweit ersten fMRT-Wirksamkeitsstudien zum Klopfen und zu PEP durchgeführt. Die Ergebnisse der ersten bereits veröffentlichten Studie sind vielversprechend und überraschend, und sie weisen auf ganz neue Erkenntnisse zur Art der Verarbeitung belastender Emotionen hin.

Ich freue mich sehr auf diesen vierten Satz des Reden-reicht-nicht!?-Streichquartetts, in dem Leitmotive und Themen der ersten drei Tagungen mit neuen Impulsen in Kontakt treten werden. Wir hoffen auf ein Gesamtkunstwerk, zu dem wir Sie/Euch jedoch unbedingt brauchen. Ohne Sie/Euch ist alles nichts.

Euer/Ihr
Michael Bohne

Brief Matthias Ohler, Carl-Auer Akademie

„Wenn etwas funktioniert, ändere es.“ – Sie haben dieses Bonmot anders in Erinnerung?

Reden reicht nicht!? – IV. Akt:
27.–30. Oktober 2022, Würzburg
Für die Kontinuität der Autopoiesis sozialer Systeme ist Veränderung unverzichtbar. Was bleiben soll, will bewegt werden. Das gilt auch für Kongresse, ihre Daten, Orte, Strukturen, Themen. Ein gewagter metaphorischer Sprung, gewiss … Also konkret:
Es gibt für Reden reicht nicht!? Veränderungen von Jahreszeit (vom Sommer in den Herbst) und Ort (nach Würzburg). Und weiter: Es werden – neben der Fortsetzung der Vorstellung und Befragung multifokal-multisensorischer Ansätze, der Vorstellung neuer Methoden und Wirkhypothesen sowie der kulturellen Formen (Fest, Musik, Tanz, Chor) – wieder neue Themengebiete für Reden reicht nicht!? erschlossen.
Wir wollen musikalische Aspekte einbringen. Die Musikalität von Sprache und Körper und das besondere Verhältnis von Sprechen, Singen, Musizieren und Rhythmus hat der Kongress 2019 in Bremen schon eindrücklich in Erfahrung gebracht. Mir ist sehr daran gelegen, dass das noch mehr erfahren werden kann und ein Austausch miteinander entsteht, der Mut macht, der Musikalität des eigenen Körpers tatsächlich Stimme und Figur zu verleihen, ihr Gefühl und Gehör zu schenken.
Zudem möchten wir einen neugierigen und auch kritischen Blick auf die Verwendung psychoaktiver Substanzen in Psychotherapien werfen, besonders, wenn dies unter sorgfältiger hypnotherapeutischer Begleitung geschieht. Dafür wird es eine eigenständige Themenschiene geben.
Ein weiterer thematischer Fokus liegt auf der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Damit integriert sich für diesmal ein Teil „Kindertagung“ im Herbst 2022 in die Tagung Reden reicht nicht!? hinein. Thanks, Bernhard and Andy …
Schon der erste Kongress Reden reicht nicht!? 2014 war gedacht als Forum für Professionelle aus Therapie, Beratung und Coaching,
•    die ihr Mut zum Neuen und Ungewohnten eint und
•    die bereit sind, gegenseitige Beobachtung, wissenschaftliche Forschung und Kritik zuzulassen.
Das entspricht dem Motto der Carl-Auer Akademie: Unwahrscheinliche Kommunikation wahrscheinlicher machen und bislang eher vermiedene Begegnungen möglich und fruchtbar werden lassen.
Diesmal wechseln wir dazu erneut das Opern- bzw. Schauspielhaus. Unsere Entscheidung, die Tagung 2022 in Würzburg anzusiedeln, erfolgt u. a. aus den guten Erfahrungen mit Kongressen, die Bernhard Trenkle dort veranstaltet hat.
Wir werden dafür Sorge tragen, dass es im Oktober 2022 ein Potenzial frischer methodisch-kritischer Perspektiven geben wird. Spannende Hauptvorträge und die Vielfalt praktischer Einblicke über Workshops und Panels werden auch Reden reicht nicht!? IV auszeichnen.
Die Carl-Auer Akademie freut sich außerordentlich, dass Michael Bohne, Gunther Schmidt und Bernhard Trenkle bereit und offenbar sehr motiviert sind, die Dramaturgie von Reden reicht nicht!? weiterzuschreiben und über ihre Netzwerke unterschiedlichste und hoch innovative Beiträge zueinander zu bringen. Wir sind sicher, es wird auch wieder Unerwartetes und Neues auftreten. Das ist allerdings zu erwarten.

In großer Vorfreude grüßt Sie

Matthias Ohler (Leitung Carl-Auer Akademie)

Brief von Dr. Gunther Schmidt, Milton-Erickson-Institut Heidelberg

„Wer einigermaßen der Gleiche bleiben will, muss sich ständig verändern.“

Diesen Titel habe ich einmal vor Jahren für einen Artikel gewählt. Das gilt nun auch für uns, auch für die Konzeption unseres Kongresses „Reden reicht nicht!?“.
Wenn ich an unseren so reichhaltigen und von den Teilnehmer*innen mit großer Begeisterung aufgenommenen dritten RRN-Kongress im Juni 2019 denke, kommt es mir so vor, als ob der schon endlos lang her ist. Dies geht bei mir einher mit einer gewissen Wehmut und dem starken Wunsch, wann „Reden reicht nicht!?“ endlich wieder stattfinden kann, damit Sie und auch ich wieder die vielen so wertvollen Ideen, Konzepte und Anregungen genießen und für eine weitere Verbesserung unserer Arbeit nutzen können. Deshalb bin ich sehr froh, zusammen mit meinen Freunden und Koorganisatoren ankündigen zu können, dass wir den Kongress im Oktober 2022 endlich wieder für Sie/für Euch ermöglichen.
Seit 2019 ist ja für uns alle extrem viel passiert, auch sehr viel völlig Unerwartetes, nicht nur durch die Corona-Pandemie. Das hat neben allem Belastenden auch viel Neues, ja regelrechte Innovationsschübe gebracht. Auch das wollen wir im Programm des Kongresses in Theorie und Praxis berücksichtigen und Ihnen/Euch anbieten.
Noch mal einge Hinweise zum Verständnis, wofür wir die RRN-Kongresse überhaupt ins Leben gerufen haben: Symptome werden immer gesteuert aus dem Unwillkürlichen, und unwillkürliches Erleben wirkt immer schneller und stärker als alles Willentliche. Deshalb sind solche Interventionen besonders zentral, welche wirksam auf das unwillkürliche Erleben einwirken. Die Kommunikationsforschung zeigt, dass jede Kommunikation zum weitaus größten Teil eben nicht nur durch ihren verbalen Inhalt wirkt, sondern vor allem durch die vielschichtigen nonverbalen Aspekte, die mit ihr vernetzt sind. Deshalb sehen wir es weiterhin als verpflichtend für uns an, eine große Plattform für Konzepte anzubieten, die genau diese Ebenen nutzen. Und deshalb hatten wir auch schon in den bisherigen Kongressen nicht nur hypnotherapeutische, hypnosystemische, PEP und ähnliche Konzepte berücksichtigt, sondern viele körpertherapeutische, aber z. B. auch musiktherapeutische und ähnliche Ansätze und Methoden.
Die immer wieder und vielfach gestellte Frage, wie denn diese nonverbalen Verfahren wirken, lässt sich gut angehen mit Erkenntnissen der modernen Hirnforschung, Forschungen zum autobiografischen Gedächtnis, zu Priming und den aus diesen Erkenntnissen entwickelten hypnosystemischen Netzwerk-Modellen. Aus diesen lassen sich dann auch – quasi maßgeschneidert – präzise, systematische Interventionsplanungen ableiten. Es geht dabei immer darum, Unterschiede in gerade dominierende Erlebnis-Netzwerke einzuführen, die Teil hilfreicher Netzwerke sind, die dann (Hebb´sches Gesetz) durch Bahnung das gesamte hilfreiche Netzwerk aus dem Unbewussten reaktivieren. Damit wird auch deutlich, dass der Begriff „bifokal-multisensorische Interventionen“, den wir als Motto für die bisherigen RRN-Kongresse gewählt hatten (und den wir von Marten Aalberse übernommen hatten), nicht ausreicht. Denn die hypnosystemischen Netzwerkmodelle zeigen, dass es am effektivsten wirkt, wenn alle Sinneskanäle genutzt werden, weshalb wir – schon allein für ein Individuum – ohnehin besser von „multifokal-multisensorisch“ reden sollten. Wenn wir dann noch berücksichtigen (systemisches Grundwissen), dass jedes individuelle Erleben immer nur kontext- und interaktionsbezogen entsteht und verstehbar wird, ist es aus hypnosystemischer Sicht nötig, dies zu ergänzen mit „kontextbezogen-zirkulär“ oder „interaktionell-zirkulär“. Auch Martin Buber drückt dies schon klar aus, wenn er sagt: „Das Ich entsteht in der Begegnung mit dem Du“.
Da wir all diese Überlegungen und interessante weitere innovative Entwicklungen konsequent berücksichtigen wollen, erweitern wir nun das bisherige und so erfolgreiche Konzept. Wir wollen es als chancenreichen Möglichkeitsraum konzipieren dafür, generell mehr über den üblichen „Tellerrand“ oder Horizont der bisher eher vertrauten Mainstream-Richtungen in Therapie und Beratung zu schauen. Schließlich wollen wir ja auch mehr lernen von Konzepten, die noch nicht so vertraut und bekannt, aber sehr hilfreich und wirksam sind (was auch durch Forschungen belegt ist). Und ebenso wollen wir Konzepte einbeziehen, die Kommunikationswege und Medien, die sich erst in neuerer Zeit entwickelt haben oder wieder aktuell wurden, innovativ nutzen; z. B. Möglichkeiten der Nutzung künstlicher Intelligenz (KI), Konzepte aus der Kindertherapie und auch der Therapie mit psychedelischen und psycholytischen Konzepten.
Wie uns die Herausforderungen der Corona-Pandemie ja massiv gelehrt haben, kommen wir um die vielfältige Nutzung digitaler Medien und Künstlicher Intelligenz sicher nicht mehr herum. Erst sie haben vielen von uns überhaupt möglich gemacht, weiterhin dem Bedarf unserer Klient*innen gerecht zu werden, und zwar für viele in erstaunlich guter und nicht erwarteter Weise. Ebenso haben sie viele Seminare und Supervisionen in effektiver Weise möglich gemacht. Wir wollen auch auf dem Kongress miteinander erforschen, welche Formen der Begegnung auch auf diesen Wegen genutzt werden können, um das Spektrum der Interventionsmöglichkeiten sehr wirksam zu erweitern und so auch Berührungsängste bei nicht wenigen Kolleg*innen in unserem Feld in flexible Gestaltungskompetenz zu transformieren.
Und als schönes Beispiel für sinnvolle Utilisation: Durch die quasi tektonischen Verschiebungen, die Corona uns beschert hat, musste auch der ursprünglich geplante Termin im Sommer 2022 verschoben werden, da uns das gebuchte Kongresszentrum absagen musste. Die großzügige und flexible Haltung der Trenkle Organisation und von Bernhard und Andy Trenkle hat für uns daraus die tolle Möglichkeit werden lassen, den Termin der seit vielen Jahren sehr populären Kindertherapie-Tagung, der ohnehin in Würzburg schon länger geplant war, für den RRN-Kongress zu nutzen. Das bietet uns nun die optimale Chance, unser Programm auch zu bereichern durch wichtige Konzepte aus der Kindertherapie, z. B. hypnotherapeutische, hypnosystemische, systemische, PEP- und weitere wertvolle Ansätze.
Gerade Interventionen aus der Kindertherapie sind oft besonders wirksam, wenn es darum geht, systematisch nicht nur auf kognitiver, bewusster und sprachlicher Ebene das Erleben zieldienlich zu beeinflussen und somit auch Symptome zu verbessern oder aufzulösen. Diese Interventionen wirken aber natürlich nicht nur bei Kindern (auch Erwachsene verfügen über Stamm- und Zwischenhirn-Prozesse, die das Unwillkürliche dominant steuern). Deshalb können sie auch für Erwachsene sehr wirksam eingesetzt werden (Motto dafür vielleicht: „Werdet wieder wie die Kinder“?).
Für manche vielleicht überraschend, für uns aber klar, da wir quasi unsere Ohren immer offen halten für den „Puls der Zeit“, berücksichtigen wir auch die neuesten Erkenntnisse zur Therapie mit psychedelischen und psycholytischen Konzepten. International gibt es seit einigen Jahren wieder sehr viele hochinteressante Forschungen zur evidenzbasierten Wirksamkeit z. B. von Therapie mit Ketaminen, MDMA, Psylocybin, LSD und weiteren ähnlichen Wirkstoffen, die in ermutigender Weise zeigen, dass gerade mit ihrer Hilfe oft schwerste Symptom-Komplexe, die mit herkömmlicheren Methoden nicht gut therapierbar waren, sehr gesundheitsförderlich veränderbar sind. Derzeit vermehren sich die Forschungsprojekte in diese Richtung deshalb auch enorm und werden auch endlich legal gut unterstützt. Ich selbst habe vor vielen Jahren verschiedene legalisierte Diplom- und Doktorarbeiten betreut, mit denen die Autor*innen beindruckend hilfreiche therapeutische Erfolge belegen konnten. Wir sehen es gerade im Dienste des Wohls unserer Klient*innen als ethisch verpflichtend an, auch für diese wertvollen Erkenntnisse wieder ein ideologiefreies, wissenschaftlich fundiertes Forum zu schaffen, mit hoffentlich großer mulitplikatorischer Wirkung.
Also, wie man sieht, wird unser nächster RRN-Kongress ganz sicher wieder ein sehr reichhaltiges und sehr kompetenzstärkendes Ereignis werden, und ganz sicher auch eines, das neben der hohen professionellen Qualität sehr viel Spaß machen wird. Auch deshalb, weil wir natürlich wieder ein hervorragendes Rahmenprogramm bieten werden, auch mit phantastischen musikalischen Überraschungen. Es wäre toll, wenn auch Sie dabei wären.
Herzliche Grüße
Gunther Schmidt

Brief von Bernhard Trenkle, Milton-Erickson-Institut Rottweil

Dies ist nun schon die vierte Tagung „Reden reicht nicht!?“.
Bei der ersten Tagung lag die Ausgangsidee unseres Organisationsteams noch auf einem anderen Schwerpunkt: Was sind eigentlich die erstaunlichen Wirkmechanismen hinter EMDR, EMI, Brainspotting, den energiepsychologischen Ansätzen oder bei PEP, wie es von Michael Bohne konzeptualisiert wurde? Anfangs wurden diese Techniken belächelt. Der Spiegel hat einmal geschrieben: „Die Wischi-Waschi-Therapie“. Und doch stellt jeder, der sie angewendet, mit Erstaunen fest, dass sie wirksam sind. Aber was ist da wirksam? Das war unsere Leitfrage für die erste Tagung mit dem Fokus „Bifokal-multisensorische Interventionstechniken“. Ist das eine Musterunterbrechungstechnik, liegt ein Gehirnmechanismus dahinter? Was dabei ist Placebo? Wie wichtig sind Augenbewegungen oder einfach der Einbezug von Körper und Bewegungen? Wir haben damals Hirnforscher eingeladen, andere Wissenschaftler aus verschiedenen Disziplinen und sind ja der Antwort etwas näher gekommen. So richtig zufrieden bin ich selbst mit den bisherigen Antworten aber noch nicht. Es ist klar, dass diese Techniken wirken. Aber warum? Diese Frage beschäftigt uns also weiterhin. Wir haben dann bald die Themen der Tagung unter dem Stichwort „Reden reicht nicht!?“ ausgeweitet. Wir haben den Körper mit einbezogen: körpertherapeutische Techniken, Tanztherapie, Zaubern in der Therapie, Sandspiel, Kunsttherapie, Musiktherapie und so weiter.

Eigentlich war die vierte Tagung für Sommer 2022 geplant. Aber leider hat uns das Tagungszentrum in Bremen für diesen Zeitpunkt die vorreservierten Räume gekündigt, weil so viel von 2021 auf 2022 verschoben wird und die Stadt Bremen in dieser Zeit die Räume selbst braucht. Generell sind alle Tagungszentren im nächsten Jahr ziemlich ausgebucht. Und dann haben wir überlegt: Was tun? Verschieben um ein Jahr, oder was? Mir kam dann die Idee, die Tagung mit der Kindertagung zusammenzulegen und den Termin, den wir eigentlich für die nächste Kindertagung reserviert haben, zu nutzen und für „Reden reicht nicht!?“ auch den KiJu-Bereich als Schwerpunkt zu wählen. Da dürfte das Repertoire sehr groß sein. Erickson hat sehr ungewöhnliche Sachen mit Kindern gemacht, ist z. B. mit ihnen Radrennen gefahren, obwohl er selbst behindert war. Erickson ging mit Klienten und Klientinnen in Restaurants. Er hat seine Therapien nicht auf den Therapieraum beschränkt, sondern ging auch zum Teil an die Arbeitsplätze, hat schon früh so etwas wie aufsuchende Familientherapie gemacht. „Reden reicht nicht!?“ eben. Von daher ist das ein hochinteressanter Tagungsschwerpunkt. Wir werden dieses Mal die Kinder- und JugendtherapeutInnen auffordern, unter dem Stichwort „Reden reicht nicht!?“ Workshop-Vorschläge einzureichen. Da gibt es ja sehr viel, auch die populäre Handpuppenarbeit nach Siegfried Mrochen gehört z. B. dazu.

Dann ist in den letzten Jahren international ein weiteres Themenfeld stark aufgekommen: Psychedelische Drogen in der Psychotherapie; Ketamin, cybin oder LSD. Ketamin darf neuerdings bereits in manchen Ländern, wie bspw. in den USA, therapeutisch eingesetzt werden. Auch dazu werden wir in unserer Tagung eine eigene Programmschiene aufsetzen und Fachleute einladen. Schon vor 30 Jahren fanden am Rottweiler Institut Workshops zum Holotropen Atmen statt. Workshopleiter war Michael Vancura, ein Schüler von Stanislaf Grof. Solche früheren Kontakte werden wir für unser „Reden Reicht Nicht!?“ Nr. 4 wieder reaktivieren.

Wir können uns also auch dieses Mal wieder auf eine faszinierende, facettenreiche Tagung freuen und laden alle ein. Ich bin schon sehr gespannt, welche Visionen die anderen in unserem Programm-Team einbringen und in ihren Einladungsbriefen jeweils entwickeln werden.

Bernhard Trenkle


Veranstaltungsort:

Congress Centrum Würzburg
Pleichertorstraße 5
97070 Würzburg

Veranstalter:

Trenkle Organisation GmbH
Bahnhofstr.4
D-78628 Rottweil

Schnellkontakt:

Telefon: 0741/2068899-0
Fax: 0741/2068899-9
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!


© 2021 by Trenkle Organisation GmbH.

zw logo 2018 icon white